Erinnert sich noch jemand an Herrn Tartakover? (II)
Die zunehmende Abwesenheit des Tartakower-Makagonov-Bondarevsky-Systems (TMB in Kurzform) im modernen Spitzenschach habe ich ja hier schon einmal thematisiert.
Die folgende Partie läßt erahnen, welches Potential diese Varianten in den Händen von starken Spielern haben. Nigel Short jedenfalls, der lange Jahre zur absoluten Weltspitze zählte und einmal sogar ein Weltmeisterschaftsmatch gegen Garry Kasparov spielte, dürfte die Erinnerung an folgende Tartakover-Partie aus dem Kandidatenfinale gegen Jan Timman in Linares 1992 durchaus gefallen:
Jan Timman (2635) – Nigel Short (2655)
Kandidatenfinale (3) 1993
1. d4 d5 2. c4 e6 3. Nc3 Nf6 4. Bg5 Be7 5. e3 O-O 6. Nf3 h6 7. Bh4 b6 8. Be2 Bb7
Ein typischer Kniff besteht nun darin, dass Weiß auf f6 in dem Moment tauscht, in dem Schwarz den Lc8 nach b7 stellt. Timman spielte 9.Bxf6 Bxf6 10.cxd5 exd5 11.0-0: (geläufiger ist 11.b4 c6 12.0-0) 11…c6 12.b4
Eine wichtige Stellung; früher spielte man hier sehr oft 12…a5, mit der Idee 13.b5 c5 (so unter anderem Kasparov in einem Schnellschachmatch gegen Veselin Topalov 1998 in Sofia), aber die Entdeckung 14.Se5 brachte Weiß gute praktische Ergebnisse. Was liegt also näher, als den Punkt e5 mit Dd6 oder Te8 zu überdecken, um Se5 vorerst auszuschließen? Short spielte jedenfalls 12…Te8 und nach 13. Qb3 a5 14. b5 c5 15.dxc5 bxc5
Weiter geht es mit dieser Partie dann im dritten Teil
To be continued…
Studienhaftes
Gerade bin ich über folgende Stellung beim Durchsehen einer Partie gestolpert:
Weiß hatte gerade f4+ Schach gezogen. Wie setzt Schwarz am Besten fort?
Vorschläge wie immer gerne als Kommentar!
Erinnert sich noch jemand an Herrn Tartakover? (I)
Das altehrwürdige abgelehnte Damengambit (im Schachslang neudeutsch auch “QGD – Queen’s Gambit Declined genannt) ist bei der Masse an Grünfeldindern, Slawischen Verteidigungegn, Nimzo-Indern und anderen modischen Verteidigungen gegen 1.d4 etwas ins Hintertreffen geraten. Zumindest, wenn man sich anschaut, wer aus der Weltspitze noch regelmäßig QGD spielt: Ok, Carlsen ab und an, Kramnik auch, Anand immerhin beim WM-Match gegen Topalov dieses Jahr, aber generell ist diese Eröffnung schon seit geraumer Zeit ausser Mode.
Die Weißspieler haben sich zudem in den letzten Jahren derart auf 5.Lf4 konzentriert, dass Herr Tartakover inzwischen eine Randexistenz führt. Ich habe letzthin einige Partien in der Tartakover-Variante angeschaut und bedaure wirklich, dass wir nicht mehr hochklassige Partien im Tartakover zu sehen bekommen derzeit.
Blumen am Wegesrand II
Die ganze Partie noch einmal hier:
1. d4 Nf6 2. c4 e6 3. Nc3 Bb4 4. f3 Nh5 5. Nh3 f5 6. e4 O-O 7. e5 f4 8. Bd3 c5 9. a3 Ba5 10. g4 fxg3 11. hxg3 g6 12. Ng5 cxd4 13. b4 dxc3 14. Rxh5 gxh5 15.Bxh7+ Kh8 16. f4 Qe8 17. bxa5 Kg7 18. Ra2 Rh8 19. Rh2 Nc6 20. Rxh5 Qe7 21. Bd3 Rxh5 22. Qxh5 Kg8 23. Nh7 Qf7 24. Nf6+ Kf8 25. Qh8+ Ke7 26. Be3 b6 27. axb6 1-0
Blumen am Wegesrand – Die Auflösung
In dieser Stellung:
sollte die schöne Gewinnmöglichkeit aufgespürt werden, die in der Partie Moskalenko-Nikoladze, Banyoles 2007 aufs Tapet kam:
Weiß setzte mit 1.Txh5 gxh5 2.Lxh7+ Kh8 3.f4 fort:
Nun droht beginnend mit Dxh5 allerlei Unheil; Weiß kann zudem jederzeit den noch untätigen Ta1 via a2-h2 auf den Königsflügel bringen – Schwarz ist dagegen machtlos und kann nur passiv abwarten, bis alle weißen Figuren “angeklopft haben”. Interessant ist an dieser Stellung auch, wie lange ein Computer braucht um zu erkennen, dass Schwarz hilflos ist (zumindest auf meinem etwas älteren Modell). Ich gebe den Rest der Partie noch kurz an:
3..:De8 4.bxa5 Kg7 5.Ta2 Th8 6.Th2 Sc6 7.Txh5 De7 8.Ld3 Txh5 9.Dxh5 und Weiß setzt bald matt:
Trainieren, aber wie? (I)
Die obige Frage stellen sich viele Amateure (Leute, die sich täglich nicht mehr als eine Stunde und umsonst, d.h. ohne Bezahlung, dem Schach widmen
)
Eröffnungen werden jedenfalls überproportional “trainiert”, aber kann man da wirklich von Training sprechen? Die Anzahl der jedes Jahr neu erscheinenden Bücher zum Thema Eröffnungen, die Starting Outs, Winnig with und GM-Repertoire-Schinken sprechen jedenfalls eine deutliche Sprache: Der Amateur will unterhalten werden, er will Hoffnung vermittelt bekommen rasch mit Hilfe von Eröffnung X oder Variante Y zum Erfolg zu kommen. Daher kaufen Amateure auch Bücher, die
- einfach das Blaue vom Himmel versprechen oder auch
- von der Zielgruppe her weit über der eigenen Kragenweite liegen.
Nun sei das jedem unbenommen, der solche Bücher gerne liest oder diese einfach nur sammeln will (auch solche Schachspieler gibt es!). Alle anderen aber fragen sich vielleicht mit Blick auf ihr Rating und die Massen von Eröffnungsbüchern in ihren Regalen: Was bringt mir das Ganze?
Blumen am Wegesrand
Weiß am Zug fand eine hübsche Möglichkeit, das Pendel zu seinen Gunsten ausschlagen zu lassen. Wie setzte er hier fort?
Vorschläge und Varianten wie immer einfach via Komentar abgeben!
Männersport
Rugby player or no rugby player, it’s hard to not like the huge hits. The rib breakers. the greatest tries ever to have been made. even if your american, and you support football, you have to take to mind that rugby players have it harder than you. rugby players, are truly men
(unbekannter Philosoph)
Mainz Chess Classics 2010
Hier einmal der Link zu einem Vorbericht des SWR:
Mainz 2010
In den kommenden Tagen werden hier auf dem Blog sicherlich ein paar subjektiv interessante Partien thematisiert. Material gibt es mit so kreativen Spielern wie Movsesian, Bologan und auch dem Zoodirektor schließlich genug











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