Da ich dieser Tage für einen Schüler einiges an Material aufbereitet habe, dachte ich es sei eine gute Idee, die Blogleser daran teilhaben zu lassen. Aber Vorsicht: Das ist kein Anfängermaterial, sondern eher einige Anregungen für stärkere Spieler, die schon Erfahrung mit dieser Eröffnung haben.
Auf 9.b4 finde ich derzeit Se8 sehr interessant (aus ökonomischen und thematischen Gründen), nach 10.c5 f5 11.Sd2 (11.Sg5 ist auch möglich, aber heute nicht das Thema) Sf6 verzweigen sich die Wege:
Weiß hat die Wahl zwischen
a)12.f3 der meistgespielten und älteren Fortsetzung und
b) 12.a4, wie letzthinnig Kramnik gegen Nakamura spielte. Ich gebe zu beiden Linien einige Anregungen und Gedanken, wobei in diesem Eintrag nur 12.f3 das Thema sein soll.
a)12.f3 f4 13.Sc4 g5 14.a4 Sg6 15.La3 Tf7 16.b5
Für Experten ein alter Hut, aber 16…dxc5 17.Lxc5 h5 ist meines Erachtens viel besser als 16..Lf8, wonach Weiß den Lc5 zu Verteidigungszwecken wieder nach f2 beordern kann.
Nun verzweigt sich der Baum wieder:
a1) 18.h3 g4!? ist interessant, wie in einer rezenten Partie Emanuel Bergs mit den schwarzen Steinen, meist wird jedoch
a2)18.a5 g4 19.b6 g3 gespielt, wonach wir uns wieder ein Diagramm gönnen:
Wer sich mit dieser Stellung näher beschäftigen will, dem sei für 20.Kh1 Lf8 21.d6 u.a.die Partie Gelfand-Nakamura, Bursa 2010 (0-1) ans Herz gelegt.
Nun scheiden sich die Geister, wie Schwarz fortfahren soll – Nakamura spielte 20…Lf8 und gewann eine sehenswerte Partie;
Ognjen Cvitan spielte 20…Sh7 und entkorkte nach 21.d6 Dh4 22.Lg1 die brilllante Semi-Bluff-Idee 22…Lh3!?
und gewann nach 23.bxc7?? Lxg2 24.Kxg2 Dh3! usw….aber leider kann Weiß viel besser 23.gxh3 spielen und steht im weiteren Verlauf nach 23…Dxh3 24.Tf2 gxf2 25.Lxf2 trotz Minusqualle überlegen.
Das brachte mich auf die Idee, im 20. Zug nach Alternativen Ausschau zu halten und ich stieß auf diese Idee:
20…Se8 21.Sb5 Lf8
Nach 22.Lg1 sieht Sh4 interessant aus – hier sollte man weiterforschen mit Schwarz meines Erachtens.


